Suchmaschine Google gegen Spammer und Link- Bomber
Drei von vier Web-Surfern, die eine Webseite erstmals aufrufen, wurden durch Google zum Ziel geführt. Um die Suchmaschine zu überlisten und Relevanz vorzutäuschen, greifen Website-Betreiber manchmal zu unsauberen Tricks um die Suchmaschine zu beeinflussen. In einer spektakulären Aktion hat Google im November 2003 Tausende solcher Relevanz-Hochstapler deklassiert.
Als der amerikanische Mathematiker Edward Kasner 1938 nach einem Namen für sehr grosse Zahlen suchte, fragte er seinen neunjährigen Neffen, und dem kam das Wort Googol in den Sinn. Googol ist eine 1 mit 100 Nullen. Als 1998 Larry Page und Sergey Brin, zwei Doktoranden der Stanford University, nach einem Namen suchten für eine Firma, die sich dem Suchen von Information widmen sollte, nannten sie sie Google, in Anlehnung an den Begriff für die 1 mit den 100 Nullen. Mittlerweile ist «google» im Englischen ein Synonym für «nach Informationen suchen».
Die Computer von Google bewältigen 200 Millionen Anfragen pro Tag, zu Spitzenzeiten sind es bis zu 2000 pro Sekunde. Auf Tausenden von Linux-Servern speichert Google einen Index, der Schlüsselbegriffe von 3 Milliarden Webseiten auflistet. Die Firma beschäftigt mehr als 1000 Mitarbeiter; der Umsatz der privaten Firma wird von «Fortune» auf 900 Millionen, der Gewinn vor Steuern auf 350 Millionen Dollar geschätzt.
Google ist die mit Abstand am meisten benutzte Suchmaschine, weil sie die besten Suchresultate liefert. Während andere Suchmaschinen typischerweise jene Webseite als die wichtigste anschauen, auf der der Suchbegriff am häufigsten vorkommt, berücksichtigt die Suchmaschine Google auch das Umfeld: Eine Webseite ist wichtig, wenn viele andere Dokumente darauf verweisen; der Verweis von einer Site, die selber häufig referenziert wird, hat dabei höheres Gewicht.
Zu gängigen Begriffen findet Google jeweils Zehntausende von Webseiten. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die meisten Google-Benutzer nur gerade die ersten zehn, allenfalls auch noch die ersten zwanzig Treffer anschauen.
Ein Platz auf der ersten Seite von Google ist für eine E-Commerce-Site wie ein Laden an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Es hat sich rund um die grossen Suchmaschinen eine Schattenindustrie gebildet, die Relevanz verkauft. Darunter gibt es viele, die ihre Kunden mit unsauberen Tricks in die vorderen Ränge bugsieren möchten. Das ist dann nicht mehr als Marketing zu bezeichnen, sondern als Spamming oder Bombing. Es werden beispielsweise Link-Farmen aufgebaut, die eine grössere Zahl von Websites und unzählige Webseiten umfassen, deren einziger Existenzgrund darin besteht, auf andere Seiten zu verweisen. Durch die vielen Verweise soll Suchmaschinen wie Google glauben gemacht werden, eine bestimmte Webseite sei sehr beliebt.
In einer spektakulären Aktion hat Google am 16. November die Bewertungsmechanismen so sehr verändert, dass in den USA Zehntausende, wenn nicht gar Hunderttausende von E-Commerce-Sites ausser Rang und Traktanden fielen. Das als «Florida Update» bezeichnete Ereignis wird mit einem Hurrikan verglichen; es ist auch von einem Massaker die Rede. Gemäss dem «Search Engine Guide» wurden je nach Suchbegriff 50 bis 98 Prozent der Sites, die vorher die Top 100 ausmachten, eliminiert. Für die betroffenen Websites bedeutet das «Florida-Update» den Umzug von der Bahnhofstrasse in ein Quartiersträsschen. Vor allem für kleinere Anbieter, die sich ausser Suchmaschinenoptimierung keine Marketingmassnahmen leisten können, ist dies mit erheblichen Umsatzeinbussen verbunden.
Mit dem «Florida-Update» hat Google eine Schlacht gewonnen, aber noch lange nicht den Krieg. Viele Link-Farmen konnten nun offenbar stillgelegt werden.
Spamming beim Suchmaschinen-Marketing lohnt sich nicht, wir distanzieren uns von solchen unsauberen Praktiken!
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